Von Anna Lorek · 11. Mai 2026
Beim Familien-Fotoshooting zieht ihr am besten an, was farblich harmoniert, aber nicht identisch ist: zwei bis drei ruhige Naturtöne, abgestimmt statt uniform, und vor allem bequem. Vermeidet große Logos, grelle Knallfarben und kleinteilige Muster. Dann steht auf den Fotos das Wichtigste im Mittelpunkt – ihr, nicht die Kleidung.
Die Outfit-Frage ist die, die mir vor einem Familien-Fotoshooting am häufigsten gestellt wird. Verständlich, denn die Kleidung entscheidet überraschend viel darüber, ob ein Bild ruhig und stimmig wirkt oder unruhig. Hier mein kompletter Leitfaden – ohne Modegeschwafel, einfach aus der Praxis.
Die wichtigste Regel: abstimmen, nicht uniformieren
Der häufigste Fehler ist der weiße T-Shirt-und-Jeans-Look für alle. Das war mal Standard, wirkt heute aber schnell steif und nach Katalog. Genauso ungünstig ist das andere Extrem: jeder trägt etwas völlig anderes, knallbunt, und das Bild wird unruhig.
Der schöne Mittelweg ist eine abgestimmte Farbpalette. Ihr wählt zwei bis drei Farben aus, die zueinander passen, und kleidet euch in Variationen davon. Mama im Salbeigrün, Papa im beigen Hemd, die Kinder in Creme und sanftem Rost – das wirkt zusammengehörig, aber jeder bleibt er selbst. So entsteht ein ruhiges Bild, in dem alle Gesichter zur Geltung kommen.
Welche Farben funktionieren auf Familienfotos?
Am besten funktionieren gedeckte Natur- und Erdtöne, weil sie mit fast jeder Umgebung harmonieren und nie aus der Mode kommen:
- Beige, Creme, Sand – warm und zeitlos, schmeicheln jedem Hautton
- Salbei- und Olivgrün – passt wunderbar zu Wiesen und Wald rund um Verden
- Terrakotta, Rost, warmes Senf – geben einem Bild Tiefe und Wärme
- Gedecktes Blau, Jeansblau, Petrol – ruhig und unkompliziert
- Grau- und Brauntöne – ideal als verbindender Grundton
Vorsicht bei reinem Weiß (überstrahlt schnell), bei knalligem Rot oder Neon (zieht alle Blicke auf sich) und bei reinem Schwarz im Sommer draußen (wirkt oft hart). Wenn ihr drinnen im Studio fotografiert, dürfen die Töne etwas kräftiger sein als draußen.
Muster, Logos und Drucke – ja oder nein?
Mein klarer Rat: große Logos und Schriftzüge weglassen. Sie datieren ein Foto, lenken ab und konkurrieren mit euren Gesichtern. Auch sehr kleinteilige Muster (enge Streifen, kleine Karos) flimmern auf Fotos manchmal unschön.
Ein Muster pro Person ist völlig okay, wenn der Rest der Familie ruhig dazu bleibt. Ein zartes Blumenkleid für die Tochter, dazu die anderen in einfarbigen Tönen – das setzt einen schönen Akzent. Als Faustregel: nicht alle gemustert, höchstens ein bis zwei Hingucker pro Bild.
Outfits für die Kinder: bequem schlägt schick
Bei Kindern gewinnt immer die Bequemlichkeit. Ein Kind, das sich in steifer, kratziger Festkleidung unwohl fühlt, sieht man das auf jedem Bild an. Zieht ihnen etwas an, worin sie spielen, klettern und sich frei bewegen können – darum geht es bei meinen Shootings sowieso, wie ich im Beitrag zu Ideen und Posen fürs Familienshooting beschreibe.
Praktisch hilft außerdem:
- Zwiebellook bei wechselhaftem Wetter – eine Strickjacke oder Weste lässt sich an- und ausziehen und gibt zusätzliche Looks
- Lieblingsstück erlaubt – wenn die Kleine unbedingt ihre rote Mütze tragen will, bauen wir die einfach in die Farbwelt ein, statt zu kämpfen
- Ersatzkleidung mitbringen – gerade bei kleinen Kindern und draußen ist ein zweites Set Gold wert
Accessoires machen den Unterschied
Die kleinen Details geben einem Bild oft das gewisse Etwas: ein Sonnenhut, ein Leinentuch, ein Strohkorb, eine Blume hinter dem Ohr. Bei kühlerem Wetter sind Schals, Strickmützen und Decken praktisch und gleichzeitig ein schönes Stilmittel. Übertreibt es nicht – ein, zwei Akzente pro Person reichen.
Schuhe werden oft vergessen, sind auf Ganzkörperbildern aber sichtbar. Schlichte Sneaker, Boots oder im Sommer barfuß im Gras passen meist besser als grelle Turnschuhe.
So plant ihr eure Outfits Schritt für Schritt
- Startet mit einer Person. Meist ist es Mama. Sucht ihr Outfit zuerst aus – es gibt oft den Ton für alle anderen vor.
- Baut die Palette drumherum. Wählt zwei, drei harmonierende Farben und ordnet die übrigen Familienmitglieder ein.
- Legt alles nebeneinander. Breitet die Outfits vorm Shooting zusammen aufs Bett. So seht ihr sofort, ob etwas zu sehr heraussticht oder fehlt.
- Denkt an die Location. Draußen in der Natur rund um Verden wirken Erdtöne am schönsten; im Studio dürfen die Farben etwas klarer sein.
- Bequemlichkeit zuerst. Was zwickt oder kratzt, fliegt raus – egal wie schön es ist.
Wenn du unsicher bist, schick mir vor dem Termin gern Fotos eurer Outfit-Ideen. Ich schaue drüber und gebe dir kurz Rückmeldung – das nehme ich vielen Familien gern ab.
Häufige Fragen zu Outfits beim Familien-Fotoshooting
Sollen wir alle dasselbe anziehen?
Nein, bitte nicht identisch. Abgestimmte Farben in unterschiedlichen Kleidungsstücken wirken viel natürlicher als ein einheitlicher Look. Ihr sollt nach Familie aussehen, nicht nach Mannschaft.
Welche Farben sind tabu?
Komplett verboten ist nichts, aber reines Weiß, Neonfarben und große bunte Logos machen es schwerer. Gedeckte Naturtöne sind fast immer die sichere Wahl.
Was ziehen wir im Winter oder bei Kälte an?
Setzt auf Lagen: Strickpullover, Mäntel, Schals, Mützen, Decken. Das hält warm und sieht auf winterlichen Bildern besonders gemütlich aus. Ein Thermo-Set unter der Kleidung für die Kinder hilft enorm.
Können wir uns während des Shootings umziehen?
Ein zweites Outfit ist möglich, wenn die Zeit reicht – sag mir vorher Bescheid. Bei kleinen Kindern halte ich es aber meist bei einem Look, damit die gute Laune nicht beim Umziehen verloren geht.
Muss ich das Outfit vorher mit dir abstimmen?
Musst du nicht, darfst du aber gern. Viele Familien schicken mir vorab Fotos ihrer Ideen, und ich gebe kurz Rückmeldung. So gehst du entspannt in den Termin.
Bereit fürs Familien-Fotoshooting rund um Verden?
Die Kleidung ist schnell geklärt, sobald man die paar Grundregeln kennt – und beim Termin selbst zählt ohnehin nur, dass ihr euch wohlfühlt. Wenn du dir entspannte Familienfotos in der Natur rund um Verden oder bei mir im Studio vorstellen kannst, schreib mir gern. Schau dir auch meinen Beitrag zum Familienshooting im Frühling an, wenn ihr draußen fotografieren möchtet.



