Ein Familienshooting mit drei Generationen dauert bei mir 90 Minuten statt 60, braucht eine Location mit kurzen Wegen und einer Sitzgelegenheit, und wir machen die Bilder mit allen zuerst, nicht zuletzt. Der beste Zeitpunkt ist ein Anlass, den es sowieso gibt: ein runder Geburtstag, eine Taufe, das Familientreffen an Ostern. Wartet nicht auf den perfekten Moment. Den gibt es bei diesem Thema nicht.
Auf einen Blick: 90 Minuten · bis zwölf Personen unproblematisch · Location mit kurzem Weg und Bank · bester Anlass ist der Termin, an dem sowieso alle da sind.
Ich bin Anna, Fotografin in Kirchlinteln bei Verden. Von allen Shootings, die ich mache, sind die mit Großeltern die, bei denen ich am häufigsten höre, das hätten wir viel früher machen sollen. Manchmal höre ich es Jahre später, und dann klingt es anders. Wie ich generell arbeite, steht auf meiner Seite zum Familien-Fotoshooting.
Warum drei Generationen sich lohnen
Es gibt vermutlich hunderte Handybilder von euren Kindern. Von eurer Mutter mit euren Kindern gibt es vielleicht fünf, und auf vieren davon schaut sie gerade weg. Von euch, euren Eltern und euren Kindern zusammen gibt es meistens gar keins in ordentlicher Qualität.
Das ist kein Zufall. Solche Bilder entstehen nicht nebenbei. Alle müssen gleichzeitig da sein, alle müssen angezogen sein, und jemand müsste die Kamera bedienen, statt mitzumachen. Praktisch fällt dann immer dieselbe Person raus. Genau deshalb braucht es einen Termin.
Und dann gibt es diese Bilder, die man vorher nicht plant. Die Hand von Oma auf der Schulter der Enkelin. Opa, der sich bückt, um etwas zu erklären. Zwei Generationen, die im selben Winkel lachen. Solche Aufnahmen bekomme ich nur, wenn wir uns die Zeit nehmen, und sie sind meistens die, die später gerahmt werden.
Wie ich ein Generationen-Shooting aufbaue
Die Reihenfolge ist der wichtigste Unterschied zum normalen Familienshooting. Bei acht oder zwölf Menschen hält die Konzentration nicht ewig, und die Kinder sind als Erste durch.
- Erst alle zusammen. In den ersten 20 Minuten mache ich die große Gruppe. Da sind alle noch frisch und die Kinder haben noch Lust.
- Dann die Generationen einzeln. Nur die Großeltern. Nur die Enkel. Die drei Geschwister mit ihren Eltern.
- Dann die kleinen Konstellationen. Oma mit jedem Enkel einzeln, jede Kernfamilie für sich, das Paar allein.
- Zum Schluss noch mal frei. Wenn die Kinder inzwischen im Gras liegen, ist das kein Problem. Da entstehen ohnehin die schönsten Bilder.
Wer das umgekehrt macht und die große Gruppe für den Schluss aufhebt, bekommt am Ende ein Bild mit zwei quengelnden Kindern und einer Oma, die müde ist. Ich habe das früher anders herum probiert. Einmal.
Was muss ich bei Oma und Opa vorher klären?
Ich frage das im Vorgespräch immer, und ich frage es gern direkt, weil es hinterher niemandem hilft, wenn wir vor Ort merken, dass der Weg zu weit war.
- Wie gut ist Oma zu Fuß? Wenn 200 Meter über eine Wiese schwierig sind, suche ich einen Ort, an dem man fast bis ran fahren kann.
- Gibt es eine Sitzgelegenheit? Eine Bank, ein mitgebrachter Hocker, eine Decke auf einem Baumstamm. Ältere Menschen stehen ungern 90 Minuten.
- Rollator oder Stock im Bild? Das entscheidet ihr, nicht ich. Manche Familien wollen es ausdrücklich drin haben, weil es zum Leben gehört. Andere lieber nicht. Sagt es mir vorher, dann arbeite ich entsprechend.
- Wie ist es mit Hören? Wenn ich Ansagen aus zehn Metern rufe, kommen die nicht überall an. Ich gehe dann näher ran und rede direkt.
- Wie lange geht es wirklich? Bei sehr betagten Großeltern plane ich die Gruppenbilder in die ersten 15 Minuten und lasse sie danach in Ruhe zuschauen.
Nichts davon ist heikel, wenn man es vorher bespricht. Heikel wird es nur, wenn ich es nicht weiß.
Locations rund um Verden, die mit Oma und Opa funktionieren
Der Rest der Familie könnte querfeldein. Mit einer 82-jährigen Oma ist die Auswahl kleiner, aber immer noch gut. Worauf ich achte: kurzer Weg vom Auto, fester Untergrund, irgendwo eine Sitzgelegenheit.
| Ort | Weg vom Parken | Untergrund |
|---|---|---|
| Stadtpark Verden | sehr kurz, Parken am Rand | feste Wege, Bänke vorhanden |
| Sachsenhain (Zugänge) | kurz | eben, teils weicher Waldboden |
| Allerwiesen an den Bankplätzen | mittel | Wiese, an den Wegen fest |
| Euer eigener Hof oder Garten | keiner | vertraut, Toilette in der Nähe |
Wenn eure Eltern noch im eigenen Haus wohnen, ist deren Garten oft die klügste Wahl überhaupt. Kurzer Weg, vertrauter Ort, und die Bilder bekommen einen Bezug, den kein öffentlicher Park hat. Weitere Orte mit Hinweisen zu Parken und Untergrund habe ich bei den Familienshooting-Locations in Verden gesammelt.
Oder gleich drinnen
Bei kaltem Wetter, bei schlechter Mobilität oder wenn Opa das Haus kaum noch verlässt, machen wir es einfach bei euch oder bei den Großeltern zuhause. Ich brauche dafür einen Raum mit einem größeren Fenster, mehr nicht.
Drinnen wird es bei größeren Gruppen allerdings schnell eng. Bis sechs Personen geht es in einem normalen Wohnzimmer gut, darüber arbeite ich in kleineren Konstellationen und setze die große Gruppe an einen Esstisch oder auf eine Couch. Im Winter ist das ohnehin die entspanntere Lösung, weil niemand friert und wir uns Zeit lassen können. Die vollständige Abwägung, was drinnen und draußen jeweils bringt, habe ich beim Familienshooting draußen oder zuhause aufgeschrieben.
Outfits, wenn drei Generationen mitmachen
Bei zehn Menschen wird die Kleiderfrage schnell zum Thema im Familienchat. Meine Empfehlung, die das meistens beendet:
Legt zwei bis drei Farben fest und gebt sie durch. Erdtöne, Beige, Salbeigrün, gedecktes Blau, Creme, Grau. Jeder zieht an, was er davon im Schrank hat, in seinem eigenen Stil. Ein 70-jähriger Vater trägt eben kein Leinenhemd, wenn er noch nie eins getragen hat, und einen Opa im ungewohnten Outfit sieht man auf jedem Bild.
Was ich vermeide: identische Kleidung für alle, große Logos, feine Streifen und Karos, grelles Neon. Was gut funktioniert: eine Person im etwas helleren Ton, an der das Auge hängen bleibt, meistens die Oma oder das jüngste Kind. Mehr zu Farbkombinationen steht bei den Outfits fürs Familien-Fotoshooting.
Der Anlass, auf den ihr wartet
Die meisten Familien buchen so ein Shooting nicht einfach so. Es braucht einen Aufhänger, und die guten sind alle schon im Kalender:
- Ein runder Geburtstag von Oma oder Opa, gern als Geschenk der Kinder
- Goldene oder diamantene Hochzeit
- Eine Taufe oder Einschulung, bei der ohnehin alle zusammenkommen
- Das jährliche Familientreffen im Sommer
- Der Besuch der Geschwister, die weiter weg wohnen
Wenn Teile der Familie aus Bremen, Hamburg oder weiter anreisen, legt den Termin auf den Tag, an dem sowieso alle da sind. Ein extra Termin klingt einfacher, als er ist: Sobald sechs Kalender abgeglichen werden müssen, verschiebt sich das Shooting um ein Jahr. Das ist der häufigste Grund, warum diese Bilder am Ende nicht existieren.
Ein Shooting lässt sich übrigens gut verschenken. Ihr bekommt bei mir einen Gutschein, und die Familie sucht sich den Termin selbst. Gerade für Eltern, die sich nichts wünschen, ist das eine der wenigen Ideen, die wirklich ankommt. Worauf ihr dabei achten solltet, steht bei Familienfotos verschenken.
Häufige Fragen zum Familienshooting mit Großeltern
Wie viele Personen sind machbar?
Bis zwölf ist völlig unproblematisch. Ab acht plane ich 90 statt 60 Minuten ein und wähle eine Location mit Platz. Sagt mir die genaue Zahl vorher, dann passt die Zeit.
Was kostet ein Shooting mit mehreren Generationen?
Es liegt etwas über einem normalen Familienshooting, weil es länger dauert und mehr Konstellationen bedeutet. Ihr bekommt vorab ein Angebot mit festem Preis. Die Preisfaktoren erkläre ich bei was ein Familien-Fotoshooting kostet.
Meine Mutter mag sich nicht fotografieren lassen. Was tun?
Das höre ich oft, meistens über Frauen ab 60. Sagt ihr, dass es nicht um sie geht, sondern um die Enkel. Und dass sie einfach mitmachen soll, ohne posieren zu müssen. Ich fange bewusst mit lockeren Situationen an, bei denen niemand in die Kamera schauen muss. Fast alle tauen in den ersten zehn Minuten auf.
Können wir das mit einer Familienfeier verbinden?
Ja, das ist sogar die einfachste Variante. Wir machen das Shooting vor dem Essen, solange alle frisch und ordentlich angezogen sind. Nach Kaffee und Kuchen sieht die Sache meistens anders aus.
Bekommt jede Familie ihre eigenen Bilder?
Ihr bekommt eure Bilder in hoher Auflösung zum Herunterladen; ab dem klassischen Umfang in einer gemeinsamen Online-Galerie, aus der sich alle bedienen können. Es reicht also, wenn eine Person bucht.
Wie oft sollte man das wiederholen?
Alle zwei bis drei Jahre, solange es geht. Aus der Reihe wird mit der Zeit etwas, das mehr wert ist als jedes Einzelbild: Man sieht die Kinder wachsen und die Großeltern älter werden.
Wollt ihr die Generationen mal zusammenbringen?
Schreibt mir über das Kontaktformular, wie viele ihr seid, wie alt die Kinder sind und wie gut die Großeltern zu Fuß sind. Ich schlage euch dann einen passenden Ort in Verden, Achim, Langwedel oder eurer Nähe vor und melde mich mit einem festen Angebot. Wenn ihr vorher noch mehr zum Ablauf lesen wollt, steht alles im großen Familienshooting-Ratgeber.




